Anhang zum Finanzbericht

Grundlagen und Grundsätze der Rechnungslegung

Angewendetes Regelwerk
Nach Art. 19 des Gesetzes über eGovernment und Informatik (eGovG) sowie nach Art. 14 Abs. 1 der Statuten der AR Informatik AG richtet sich die Rechnungslegung nach den Bestimmungen des kantonalen Finanzhaushaltsgesetzes (FHG). Soweit das Gesetz oder die Statuten nichts anderes bestimmen, gelten gemäss Art. 10 Abs. 4 eGovG sinngemäss die Vorschriften des Obligationenrechts (OR) über die Aktiengesellschaft.

Art. 14 Abs. 2 der Statuten der ARI verweist für die Gewinnverwendung auf die gesetzlichen Bestimmungen. Das FHG äussert sich nicht zum Thema Gewinnverwendung. Damit kommen die Regelungen gemäss Art. 671 OR zur Anwendung. Gemäss Art. 672 OR ist ARI verpflichtet, 5 % des Jahresgewinnes der allgemeinen gesetzlichen Reserve zuzuweisen, bis diese zusammen mit der gesetzlichen Kapitalreserve die Hälfte des im Handelsregister eingetragenen Aktienkapitals erreicht haben (= CHF 750’000). Laut Art. 12 Abs. 4 des eGovG können Reserven im Umfang von maximal 50 Prozent des Aktienkapitals gebildet werden (= maximal CHF 750’000). Die allgemeinen gesetzlichen Reserven betragen per 31.12.2022 CHF 750’000. Das Maximum gemäss eGovG wurde damit erreicht.

Gemäss Art. 12 Abs. 3 des eGovG muss sich die ARI grundsätzlich aus den Eigenmitteln finanzieren. Sie kann verzinsliche Darlehen ausschliesslich beim Kanton und bei den Gemeinden aufnehmen.

Die Rechnungslegung hat sich am Harmonisierten Rechnungsmodell für die Kantone und Gemeinden bzw. nach dem FHG zu orientieren. Die in Art. 26 Abs. 2 FHG definierten Grundsätze zur  Rechnungslegung (Bruttodarstellung, Periodengerechtigkeit, Fortführung, Wesentlichkeit, Verständlichkeit, Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Stetigkeit) weichen nicht von den allgemein gültigen Grundsätzen nach OR ab. Dies wird durch die externe Revisionsstelle geprüft. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze werden in den wesentlichen Bereichen nach den Bestimmungen des FHG und des OR angewendet.

Berichterstattung, Jahresrechnung
Die Jahresrechnung hat nach Art. 27 FHG im Minimum aus Erfolgsrechnung, Investitionsrechnung, Geldflussrechnung, Bilanz und Anhang zu bestehen. Nach Art. 21 Abs. 1 FHG hat der Finanzbericht einen Finanzkommentar der Exekutive (bei der ARI = Verwaltungsrat), die Jahresrechnung inkl. Vergleich zum Budget und Vorjahr, eine Konsolidierung und den Prüfbericht des Revisionsorgans sowie Zusatzinformationen nach Bedarf zu enthalten. Ein Ausweis einer konsolidierten Jahresrechnung ist für die ARI nicht anwendbar.

Erfolgsrechnung
Gemäss Beschluss des Verwaltungsrates vom 11.11.2013 wird auf den KMU-Kontoplan abgestellt und nicht auf den Kontoplan von HRM2 (FHG). Ausserordentliche, betriebsfremde Positionen sowie das Ergebnis aus Finanzierung werden separat ausgewiesen. Damit entspricht die Erfolgsrechnung einer zweistufigen Gliederung gemäss Tabelle 4 FHG Gesetzestext mit Kommentar. In der Darstellung der Erfolgsrechnung wird das «Betriebsergebnis vor Steuern» (OR) ausgewiesen. Dieses Ergebnis entspricht gleichzeitig dem «operativen Ergebnis» nach HRM2.

Investitionsrechnung
Eine Investitionsrechnung wird im System geführt und im Jahresbericht offengelegt.

Bilanz
Gemäss Beschluss des Verwaltungsrates der AR Informatik AG vom 11.11.2013 ist die Bilanz nach dem KMU-Kontoplan strukturiert und wird folglich nicht in Finanz- und Verwaltungsvermögen aufgeteilt.

Die Bilanzierungsgrundsätze nach Art. 34 FHG decken sich grösstenteils mit den Anforderungen gemäss Art. 959 OR. Die Bezeichnungen der Bilanzpositionen entsprechen den obligationenrechtlichen
Vorschriften (Art. 959a ff. OR). Die Einhaltung der Bilanzierungsgrundsätze wird durch die externe Revisionsstelle geprüft.

Beurteilung der Finanzlage
Das FHG fordert, dass finanzpolitische Zielgrössen für die Beurteilung der Finanzlage festzulegen sind. Dabei werden vom FHG 8 Kennzahlen vorgegeben. Diese sind für einen KMU-Betrieb nur bedingt anwendbar bzw. aussagekräftig. Zur Beurteilung der Finanzlage werden in diesem Anhang zur Jahresrechnung einige  unternehmensrelevante Finanzkennzahlen mit entsprechenden Richtwerten ausgewiesen (vgl. Kap. Finanzkennzahlen).

Sachanlagen, ordentliche Abschreibung, Wertberichtigung
Die Vorgaben vom FHG decken sich sinngemäss mit denjenigen nach Art. 960a Abs. 3 OR (nutzungs- und altersbedingtem Wertverlust ist mit Abschreibungen Rechnung zu tragen). Sämtliche mobilen Anlagen werden in der Anlagebuchhaltung geführt. Beschaffte Komponenten werden direkt verbaut, in Betrieb genommen und stehen entsprechend sogleich auch im Einsatz. Die mobilen Sachanlagen werden zum Anschaffungs- bzw. Herstellkostenwert bewertet. Die Aktivierungsgrenze beträgt CHF 20’000. Anschaffungen unter diesem Betrag werden im Anschaffungsjahr der Erfolgsrechnung belastet.
Die Anlagen werden ab Nutzungsbeginn über die geschätzte Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Für bestehende Anlagen, bei welchen im aktuellen Jahr weitere Zugänge verbucht werden, werden die Zugänge gestaffelt linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer der Sachanlagen wurde vom Verwaltungsrat mit Beschluss vom 16.05.2018 wie folgt festgelegt:

Anlagebezeichnung Nutzungsdaur Jahre
Zentrale Infrastruktur  
On-/Offline-Speichersystem, Server, Netz-werkkomponenten 5
Netzwerkverbindungen 8
Arbeitsplatz  
Zero Client, Fat Client, Notebook, Touch- PC, Monitor, Drucker, Telefonsystem 5
Tablets 4
Smartphone 3
Software  
Applikationen, System- und Basissoftware 5
Übrige Anlagen  
Fahrzeuge 6
Mobiliar, Einrichtungen 12
Kühl-/Klima-/USV-Anlagen (RZ) 8
Notstromaggregat 8
Bauliche Anlagen (RZ) 15
Immaterielle Anlagen  
Dienstleistungen 5
Software-/Hardwarewartung (vertragsabhängig) 3 - 8
Nutzungsrechte (vertragsabhängig) 3 - 8

Zusätzliche Abschreibungen, Reserven, langfristige Rückstellungen
Zusätzliche Abschreibungen wurden keine getätigt. Im Rechnungsjahr 2018 wurden CHF 600’000 zweckgebundene Vorfinanzierungsreserven für zwei vom Verwaltungsrat 2018 bewilligte  Investitionsvorhaben gebildet. Die Vorfinanzierungen werden in der Bilanz separat ausgewiesen. 2019 erfolgten die ersten Entnahmen aus diesen Reserven. Sie werden in der Erfolgsrechnung im 
Ausserordentlichen Erfolg verbucht:

Beträge in CHF Vorfinanzierung «Arbeitsplatz21» Vorfinanzierung «MS EA True Up Health»
Stand am 31.12.2018 300‘000 300‘000
Entnahme 2019 60‘000 35‘000
Entnahme 2020 60‘000 132’500
Entnahmen 2021 60‘000 132’500
Entnahmen 2022 60‘000 0
Stand am 31.12.2022 60’000 0

Rückstellungen (Langfristiges Fremdkapital) werden einzig in der Höhe von einem Prozent des Umsatzes für unkontrollierbare Ereignisse in der Zukunft, wie Forderungen seitens von Kunden, Lieferanten gebildet. Per 31.12.2022 betragen diese Rückstellungen CHF 184’000. Der Verwaltungsrat hat im Rechnungsjahr 2022 die Bildung von zusätzlichen Rückstellungen von CHF 15’000 genehmigt. Neben den Vorfinanzierungen beinhaltet die Jahresrechnung der ARI nur gesetzliche Reserven.

Fälligkeit langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten (Fremdkapital)

Beträge in CHF 31.12.2022 31.12.2021
Darlehen I (Darlehensgeber: Kanton), fällig am 08.01.2022 0 2’000’000
Darlehen II (Darlehensgeber: Kanton) fällig am 30.11.2024 3’000’000 3’000’000
Darlehen III (Darlehensgeber: Kanton) fällig am 06.01.2031 1’500’000 1’500’000

Verbindlichkeiten gegenüber Vorsorgeeinrichtungen

Beträge in CHF 31.12.2022 31.12.2021
Pensionskasse AR 82’148 78’612

Entschädigungen des Verwaltungsrates

Beträge in CHF 2022 Brutto 2021 Brutto
Lukas Fässler, VR-Präsident 35’100 35’800
Köbi Frei, VR-Vizepräsident 16’800 17’300
Gaby Bolleter* 13’800 12’800
Ernst Pletscher 15’300 14’300
Harald Scherrer 16’300 15’300

* Entschädigung direkt an Arbeitgeber (Kanton) überwiesen; gemäss Art. 3 Abs. 6 Besoldungsverordnung (bGS 142.211)

Langfristige, vertragliche Verbindlichkeiten
Im Folgenden werden langfristige, vertragliche Verbindlichkeiten deklariert. Es handelt sich um Verbindlichkeiten von CHF 50’000 und mehr pro Jahr, die nicht innerhalb von 12 Monaten kündbar sind:

  Vertragsende Verbindlichkeit
    pro Jahr CHF
St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG; Dienstleistungsverträge für Glasfaserleitungen 31.12.2027 530’000
Rechenzentrum Ostschweiz AG 31.12.2025 170’000
Rechenzentrum Ostschweiz AG 31.12.2025 530’000
Microsoft; Lizenzwartungsvertrag 31.12.2024 890’000
Ricoh AG; Rahmenvertrag, Miet-/Serviceverträge MFP-Geräte 31.12.2024 *410’000
SSGI/PMI AG; Lizenz-/ Wartungsverträge Scolaris 31.12.2024 54’000

* im Laufe 2023 neuer mehrjähriger Vertrag (Projekt Geräteersatz)

«All Risks»-Sachversicherung
Der Wert der All-Risks-Sachversicherung
(Feuer- und Elementarschäden) für die gesamte IT-Infrastruktur und die Büroeinrichtungen beträgt CHF 10.7 Mio.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag und bis zur Verabschiedung der Jahresrechnung durch den Verwaltungsrat am 14.03.2023 sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, welche die Aussagefähigkeit der Jahresrechnung 2022 beeinträchtigen können bzw. an dieser Stelle offengelegt werden müssten.