Editorial

Vom Nachzügler zum Vorreiter

«Vom Nachzügler zum Vorreiter» lautet die Vision, die sich Kanton und Gemeinden in ihrer gemeinsamen Informatik- und eGovernment-Strategie auf die Fahnen geschrieben haben. Mit der Einführung
der elektronischen Umzugsplattform «eUmzug» ist Appenzell Ausserrhoden dieser Vision einen weiteren Schritt nähergekommen. Als einer der ersten Kantone hat Appenzell Ausserrhoden diesen von der Bevölkerung häufig nachgefragten Service in sämtlichen Gemeinden eingeführt.

Möglich wurde die rasche Umsetzung dank der in den letzten Jahren vorangetriebenen Konsolidierung und Standardisierung der Informatik-Umgebungen von Kanton und Gemeinden. Nicht nur im Bereich der Basis-Infrastrukturen, auch bei den Computer-Arbeitsplätzen und der Software sind heute einheitliche Lösungen in Kanton und Gemeinden im Einsatz. Der hohe Standardisierungsgrad war eine wichtige Voraussetzung für die rasche und kostengünstige Einführung des elektronischen Umzugs.

Die Standardisierung geht weiter. Die Digitalisierung macht auch vor den Schulen nicht halt. Das notwendige Wissen dazu, aber auch der Einsatz von Informatik im Unterricht prägen die Schulen zunehmend. Eine professionelle, gemanagte IT-Umgebung in den Schulen ist die Voraussetzung. Mit dem Projekt «AR Schulen21» realisiert ARI eine einheitliche Informatikplattform in den Volksschulen sowie den kantonalen Schulen.

Wichtige Ziele in diesem Projekt sind die Vereinheitlichung der Schulinformatik in sämtlichen Schulen, die Schaffung der Voraussetzungen für die Erfüllung des Lehrplans, der Aufbau einer einheitlichen, professionell gewarteten Plattform und die Wahrung der Chancengerechtigkeit im Bereich der Medienkompetenzen für die Schülerinnen und Schüler im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Die Services für die Schulen wurden 2017 gemäss Detailkonzept realisiert und im Berichtsjahr in den Schulen Herisau und Lutzenberg erfolgreich eingeführt. Die Grundlagen für die Einführung in den weiteren Schulen haben wir gelegt, die Detailplanung wird gemeinsam mit den Verantwortlichen vorangetrieben.

Der Trend in den Schulen hin zu mobilen Endgeräten sowie der Einsatz privater Endgeräte (Bring Your Own Device/BYOD) führt zu veränderten Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Im Vordergrund steht nicht mehr die Bereitstellung von PC-Arbeitsplätzen oder Informatikräumen, sondern die Gewährleistung eines einfachen Internetzugangs mit hoher Bandbreite und der Verfügbarkeit einer grösseren Anzahl hochmobiler Endgeräte. Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl Geräte an den Schulen gegenüber dem heutigen Ist-Zustand deutlich erhöht. Damit steigen die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Netzinfrastruktur massiv.

Mit dem Abschluss des Projekts «AR-NET2» wurde eine wesentliche Grundlage geschaffen, um die gestiegenen Anforderungen an die Netzinfrastruktur auch in Zukunft erfüllen zu können. Das neue kantonale Kommunikationsnetz «AR-NET 2» wurde 2018 erfolgreich in Betrieb genommen. Dank des ausserordentlichen Einsatzes aller Beteiligten konnte das Projekt zum vorgesehenen Termin und im Rahmen des bewilligten Verpflichtungskredites abgeschlossen werden. Das kantonale Kommunikationsnetz verbindet sämtliche Standorte unserer Kunden mit dem Rechenzentrum. Dank des Einsatzes von Glasfaser-Technologie und moderner Management-Technologien können heutige wie auch zukünftige Anforderungen abgedeckt werden.

Auf der politischen Ebene war das Jahr 2018 geprägt von der Revision des Gesetzes über eGovernment und Informatik (eGovG). Dieses Gesetz bildet die rechtliche Grundlage für ARI: es definiert den Zweck, wesentliche Eckpunkte der Organisation und die wichtigsten Aufgaben unserer Unternehmung. Im Berichtsjahr wurde das Gesetz erstmals seit der Inkraftsetzung 2013 überarbeitet. Dabei flossen die Erfahrungen der ersten 5 Jahre ein. Von verschiedener Seite wurden zudem Anregungen und Vorschläge zu einer Anpassung der bestehenden Strukturen und Prozesse eingebracht.

Im Kantonsrat herrschte ein breiter Konsens, dass sich das eGovG bewährt hat und die eingeschlagene Richtung weiterverfolgt werden soll. ARI als gemeinsamer Informatikbetrieb von Kanton und Gemeinden wird als leistungsfähige Organisation anerkannt, welche die Erwartungen seiner Eigentümer erfüllt. In den ersten 5 Jahren wurde vieles erreicht. Entsprechend sah der Kantonsrat in der ersten Lesung keine Notwendigkeit für grundlegende Änderungen. Angepasst werden lediglich einzelne Bestimmungen. Die Änderungen sind sinnvoll und werden von uns begrüsst, insbesondere die Reduktion der Anzahl Mitglieder im Verwaltungsrat von heute 9 auf neu 5 Mitglieder sowie die Ausrichtung des Verwaltungsrates als Fachgremium.

Wir schliessen das Geschäftsjahr 2018 mit einem Betriebsgewinn von CHF 736'046 ab. Das positive operative Ergebnis erlaubt die Bildung von Vorfinanzierungsreserven in der Höhe von CHF 600'000 für die beiden Projekte «AP21» (Erneuerung von Betriebssystem und Office-Anwendungen) und «Microsoft EA» (Lizenzierung der Microsoft-Produkte). Diese beiden Positionen werden entsprechend der Nutzungsdauer der Investitionen über die kommenden 3 beziehungsweise 5 Jahre aufgelöst. Im Gesamtergebnis weist die Jahresrechnung 2018 einen Gewinn von CHF 105‘560 aus. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von CHF 376'000.

Das Ergebnis des Jahres 2018 und die insgesamt erfreuliche finanzielle Situation erlauben uns, die Preise für mehr als ein Dutzend Services per 1.1.2019 teilweise substanziell zu senken. Die reduzierten Servicepauschalen werden in den kommenden Jahren zu Verlusten führen. Unsere 5-jährige Finanzplanung sieht vor, dass damit die in der Bilanz ausgewiesenen Gewinnvorträge bis Ende 2023 abgebaut werden. Unser Ziel ist, die Effizienz und Kosten weiter zu optimieren, um die reduzierten Preise auch über das Jahr 2023 beibehalten zu können.

Im Berichtsjahr wurden wiederum umfangreiche Investitionen in den Ausbau der Basis-Infrastrukturen und die Standardisierung getätigt. Mit Investitionen von CHF 2‘428‘497 wurde der budgetierte Betrag um CHF 141‘503 unterschritten. Die umfangreichsten Investitionen erfolgten in die Konzeption und Realisierung des neuen elektronischen Arbeitsplatzes (Projekt «AP21») und den Ausbau des kantonalen Kommunikationsnetzes (Projekt «AR-NET2»).

Ein grosser Dank gilt den Mitarbeitenden der ARI. Dank ihnen hat sich ARI im Jahr 2018 solide weiterentwickelt. Sie haben in allen Bereichen mit hoher Kompetenz, Kreativität und grossem Engagement sehr gute Leistungen erzielt. Unseren Kunden und Aktionären danken wir für ihre Partnerschaft und das Vertrauen, mit dem wir gemeinsam nachhaltige und Mehrwert stiftende Lösungen entwickeln können. Wir schätzen ihre kontinuierliche und loyale Unterstützung, die unserem Unternehmen Stabilität und Nachhaltigkeit verleiht.

Dem Jahr 2019 mit Optimismus zu begegnen ist deshalb nicht vermessen. Wir wissen aber auch, dass es konzentrierte Arbeit und intensive Anstrengungen braucht, um weiterhin erfolgreich und nachhaltig zu agieren. Mit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden werden wir ARI weiter voranbringen.

R. Degen
Präsident des Verwaltungsrates

 

J. Dörler
CEO