Editorial

5 Jahre AR Informatik AG

Die ersten fünf Jahre ARI sind Geschichte. Zeit für einen Rückblick und eine Beurteilung des Erreichten. ARI hat sich als innovativer Dienstleister etabliert. Dank den getätigten Investitionen können wir unseren Kunden eine moderne, leistungsfähige und sichere Informatik zur Verfügung stellen. Nicht nur bei der Digitalisierung der Verwaltungsarbeit wurden grosse Fortschritte erzielt, auch die Bevölkerung profitiert von neuen Online-Services.

Die Informatik in Appenzell Ausserrhoden hat sich in den letzten fünf Jahren grundlegend verändert. ARI hat den Schwerpunkt während der ersten Jahre auf die Vereinheitlichung und Standardisierung der heterogenen Informatik-Infrastrukturen und Applikationen gelegt.

Mit der Einführung des neuen Arbeitsplatzes in der Gemeinde Grub im März 2017 konnte das Projekt «NEW» und damit die Konsolidierung der Computer-Arbeitsplätze erfolgreich abgeschlossen werden. Die kantonale Verwaltung, alle Gemeinden und weitere Kunden arbeiten heute mit dem identischen virtuellen Desktop. Auch die Server und Speichersysteme wurden im Rechenzentrum der ARI zentralisiert und vereinheitlicht.

Mit dem Projekt «AR-NET2» hat ARI im Jahr 2017 ein weiteres wichtiges Projekt zur Vereinheitlichung und Optimierung der Basis-Infrastrukturen realisiert. Das neue kantonale Kommunikationsnetz verbindet sämtliche Gemeinden und Standorte der kantonalen Verwaltung mit Glasfasern. Es bildet das Rückgrat für die sichere Bereitstellung unserer Services aus dem Rechenzentrum der ARI.

Parallel zur Infrastruktur wurden wichtige Fachapplikationen harmonisiert: Der Kanton und sämtliche Gemeinden setzen heute die identische Software im Finanz- und Rechnungswesen und in der Einwohnerkontrolle ein. Alle Schulen im Kanton sowie das Departement Bildung nutzen dieselbe Software für die Schuladministration. Auch die Betreibungs- und Konkursämter arbeiten seit 2017 mit derselben Fachlösung.

Ein hoher Standardisierungsgrad ist nicht nur eine wesentliche Grundlage für eine beherrschbare und effiziente Informatik. Er ist gleichzeitig eine Voraussetzung für die wirtschaftliche Einführung von eGovernment-Lösungen. So konnte mit der elektronischen Steuerklärung anfangs 2017 ein von der Bevölkerung lange erwarteter Online-Service bereitgestellt werden. Bereits im ersten Jahr haben über 60% der Steuerpflichtigen die neue Lösung genutzt.

Mit «eUmzug» hat ARI im Jahr 2017 einen weiteren von der Bevölkerung häufig nachgefragten Online-Service vorbereitet. Der Projektantrag wurde im Juli von sämtlichen Gemeinden genehmigt. Bis zum Jahresende haben wir gemeinsam mit den Fachspezialisten aus den Einwohnerämtern und dem Software-Lieferanten die Grundlagen für die Einführung von eUmzug erarbeitet. Ab April 2018 können die Einwohnerinnen und Einwohner von Appenzell Ausserrhoden Umzüge online über das Internet und damit jederzeit bequem von zu Hause aus melden.

Eine besondere Herausforderung stellte die Integration der Informatik des Spitalverbundes AR dar. Die Infrastruktur wurde bereits Ende 2016 von ARI übernommen, seit diesem Zeitpunkt werden die Server und Arbeitsplätze des SVAR von ARI betreut. Zusätzlich übernahm unser Service Desk die Funktion als erste Anlaufstelle für alle IT-Anliegen von SVAR-Mitarbeitenden.

Die neue Situation forderte von allen Beteiligten ein hohes Mass an Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Verständnis. Die geänderten Abläufe sowie die spezifische IT-Umgebung des SVAR führten zu Beginn zu einem erhöhten Abstimmungsbedarf und zu teilweise längeren Bearbeitungszeiten. Im Laufe des Jahres konnten die Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Abläufe gemeinsam geklärt und optimiert werden. Die kontinuierliche Verbesserung der Zusammenarbeit ist eine Aufgabe, die uns im Berichtsjahr und darüber hinaus fordert. Fordern wird uns auch die Standardisierung der SVAR-Infrastruktur. Diese ist ein wesentlicher Schritt, um mögliche Synergien zu nutzen. Gleichzeitig kann ARI damit einen Beitrag leisten, um den SVAR fit für die Digitalisierung im Gesundheitswesen zu machen.

Der breiteren Öffentlichkeit haben wir im November 2017 gezeigt, wie Appenzell Ausserrhoden die Chancen der Digitalisierung nutzt. Im Rahmen des ersten nationalen Digitaltags hat ARI gemeinsam mit der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) den Anlass «Digitalisierung in Appenzell Ausserrhoden» organsiert und dabei die laufenden und geplanten eGovernment-Projekte vorgestellt. Die hohe Teilnehmerzahl von rund 170 Besuchern im Casino Herisau zeigte das grosse Interesse an diesem Thema.

Die finanzielle Situation kann nach wie vor als gesund und stabil bezeichnet werden. Der Umsatz ist 2017 um CHF 1‘112‘000 oder CHF 7.5% gestiegen. Diese Erhöhung resultiert hauptsächlich aus der Übernahme der IT-Infrastruktur des Spitalverbundes. Insgesamt wurden CHF 2‘536‘864 investiert. Die grösste Position mit CHF 764'755 fiel für die Realisierung des neuen kantonalen Kommunikationsnetzes an. Die Erfolgsrechnung 2017 schliesst bei einem Gesamtertrag von CHF 14'908'631 mit einem Ertragsüberschuss von CHF 256'221 ab.

Mit dem Gesetz über Informatik und eGovernment sowie dem gemeinsamen Informatikbetrieb hat Appenzell Ausserrhoden vor 5 Jahren Neuland betreten. Der Stand, den wir nach 5 Jahren erreicht haben, bestätigt die eingeschlagene Richtung. Möglich wurde das Erreichte dank der Unterstützung, des Vertrauens und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden. Dafür danken wir ihnen herzlich.

Ganz besonderes bedanken möchten wir uns auch bei unseren Mitarbeitenden. Mit hoher Professionalität, grosser Leidenschaft und vorbildlichem Engagement setzen sie sich täglich für das gemeinsame Ziel ein: für eine leistungsfähige, sichere und wirtschaftliche Informatik im Kanton.

R. Degen
Präsident des Verwaltungsrates

 

J. Dörler
CEO