Finanzieller Lagebericht

Jahresergebnisse 2019

Die Buchführung und Rechnungslegung der ARI richten sich gemäss Art. 19 des eGovG nach den Bestimmungen des kantonalen Finanzhaushaltsgesetzes. Der finanzielle Alltag der ARI ist allerdings auf ein IT-Unternehmen ausgerichtet. Die Finanzbuchhaltung wird deshalb mit einem KMU-Kontoplan geführt. Soweit das eGovG und die Statuten nichts anderes bestimmen, gelten gemäss Art. 10 Abs. 4 eGovG sinngemäss die Vorschriften des Obli- gationenrechts (OR) über die Aktiengesellschaft. Die Rechnungslegung wurde so organisiert, dass die Vergleichbarkeit mit den zukünftigen Geschäftsberichten gewährleistet ist. Die vorliegende Berichterstattung vermittelt ein zuverlässiges Bild der Vermögens- und Ertragslage sowohl aus Sicht des Finanzhaushaltsgesetzes (HRM2) als auch aus Sicht des OR.

Das Gesamtergebnis der Erfolgsrechnung weist einen Jahresverlust von CHF 173‘155 aus. Gegenüber dem Vorjahr schliesst die Erfolgsrechnung um CHF 278‘715 schlechter ab. Im Vergleich zum Budget wurde mit einer Abweichung von CHF –24‘845 eine Punktlandung erzielt. Im Betriebsergebnis – operatives Ergebnis nach HRM2 – resultiert ein Ausgabenüberschuss von CHF 269‘001. Das bessere Gesamtergebnis im Vergleich zum operativen Ergebnis ist auf die Entnahmen von CHF 95‘000 aus den Vorfinanzierungsreserven zurückzuführen. 2018 wurden für die beiden Investitionen «AP21» und «Microsoft EA True Up SVAR» CHF 600‘000 Vorfinanzierungen gebildet.

Die Erträge aus den Serviceverrechnungen und der Verrechnung von Dienstleistungen nach Aufwand schliessen um CHF 112‘772 schlechter ab als budgetiert. Die Mindereinnahmen sind hauptsächlich auf die Verschiebung der SVAR-Rollouts im Rahmen des Projektes «AP21» zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr wurde bei den Dienstleistungserträgen eine Umsatzsteigerung von CHF 40‘332 (+0.3%) erzielt. Die Personalkosten fallen gegenüber dem Budget um CHF 194‘138 (+3.5%) höher aus. Hauptgrund sind zusätzliche vom Verwaltungsrat im Frühjahr 2019 im Rahmen einer Anpassung der Aufbauorganisation bewilligte Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Personalaufwände um CHF 480‘053 (+9.2%) gestiegen. Beim IT-Sachaufwand entstanden CHF 234‘000 tiefere Kosten als budgetiert. Die Minderkosten resultieren hauptsächlich aus nicht umgesetzten, von den Kunden verschobenen Applikationsvorhaben. Infolge von CHF 800‘000 tieferem Investitionsvolumen als budgetiert fallen die Abschreibungen auf den Sachanlagen um CHF 141‘000 tiefer aus.

Die Investitionsrechnung weist Nettoausgaben von CHF 2‘188‘729 aus. Das sind rund CHF 801‘271 weniger als vom Verwaltungsrat bewilligt. Das Verschieben der Beschaffung der Microsoft-Lizenzen für den SVAR reduzierte die Investitionen um CHF 640‘000. Am meisten investiert wurde mit CHF 1‘127‘688 (= 52% der Nettoinvestitionen 2019) in die beiden Projekte «AP21» und «AR Schule21». Das Projekt «Ersatz Notstromaggregat im Rechenzentrum GOPS» konnte im Berichtsjahr mit Nettoinvestitionen von CHF 243‘721 abgeschlossen werden.

Mit dem Verlust von CHF 173‘155 im Gesamtergebnis 2019 sinkt der Bilanzgewinn von CHF 889‘929 per 31.12.2018 auf CHF 716‘774 per 31.12.2019. Das langfristige Fremdkapital – zwei Darlehen vom Aktionär Kanton – bleibt auf CHF 5.0 Mio. bestehen. Aus Liquiditätsgründen konnten keine Teilrückzahlungen geleistet werden. Der Fremdfinanzierungsgrad ist von 62 auf 65% gestiegen und der Eigenfinanzierungs
grad von 38 auf 35% gesunken. Trotz leichter Verschlechterung liegen diese Kennzahlen immer noch innerhalb der Richtwerte. Auch der Selbstfinanzierungsgrad von 57% liegt innerhalb des Richtwertes. Er ist gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozentpunkte von 60 auf 57% gesunken. Der Anlagedeckungsgrad 2 («Goldene Bilanzregel») beträgt 194%. Dieser Wert sagt aus, dass das langfristig gebundene Vermögen durch langfristiges Kapital sehr gut finanziert werden kann (Richtwert: >110%). Die flüssigen Mittel aus der operativen Tätigkeit sowie der Investitions-, Anlage- und Finanzierungstätigkeit haben gemäss der Geldflussrechnung um CHF 279‘590 zugenommen. Die rund CHF 800‘000 tieferen Investitionen haben den Mittelfluss und damit die Liquidität positiv beeinflusst.

Ausblick

Der vom Verwaltungsrat am 06.12.2019 zur Kenntnis genommene Finanzplan 2020–2025 weist im operativen Ergebnis Verluste von total CHF 1.6 Mio., im Gesamtergebnis Verluste von total CHF 1.1 Mio. aus. Die Planerfolgsrechnungen 2020–2025 weisen folgende Ergebnisse aus:

Beträge in CHF Budget 2020 Plan-ER 2021 Plan-ER 2022 Plan-ER 2023 Plan-ER 2024 Plan-ER 2025
Betriebsergebnis –593‘000 –472‘000 –400‘000 –143‘000 –23‘000 27‘000
Jahresgewinn/-verlust –402‘000 –281‘000 –340‘000 –83‘000 –23‘000 27‘000

Die Ergebnisse basieren auf der Annahme, bei den Schlüsselservices keine Preiserhöhungen vorzunehmen. Die Verluste wurden mit den Preissenkungen ab 01.01.2019 mit den daraus resultierenden Mindereinnahmen von CHF 450‘000 pro Jahr bewusst in Kauf genommen, mit dem Ziel, den Gewinnvortrag abzubauen. Ein weiteres Ziel ist, insbesondere beim IT-Sachaufwand weitere Kostenoptimierungen zu erreichen. Die dadurch erzielten Sy- nergien und Skaleneffekte unterstützen die Stabilität der Servicepreise. Mit den vorgenannten Jahresergebnissen weist die Planbilanz 2020–2025 im Konto Gewinn-/Verlustvortrag folgende Ergebnisse aus:

Beträge in CHF Plan-B 2020 Plan-B 2021 Plan-B 2022 Plan-B 2023 Plan-B 2024 Plan-B 2025
Gewinn-/Verlustvortrag 717‘000 315‘000 35‘000 –305‘000 –388‘000 –411‘000

Ab 2020 stehen zur Deckung von Verlusten ein Gewinnvortrag und gesetzliche Reserven (CHF 750‘000) von total CHF 1‘467‘000 zur Verfügung. Die Verlustsituation der nächsten Jahre muss im Auge behalten werden. Ziel ist, dieser Entwicklung mit Effizienzsteigerung und einer nachhaltigen Investitionsplanung entgegenzuwirken.

Der geplante Verlust von CHF 593‘000 (Operatives Ergebnis) und das geplante Investitionsvolumen von CHF 2‘449‘000 im 2020 haben eine starke Abnahme der flüssigen Mittel zur Folge. Die Liquidität hat hohe Priorität und muss überprüft werden.