Finanzieller Lagebericht

Jahresergebnisse 2018

Die Buchführung und Rechnungslegung der ARI richtet sich gemäss Art. 19 des eGovG nach den Bestimmungen des kantonalen Finanzhaushaltsgesetzes. Der finanzielle Alltag der ARI ist allerdings auf ein IT-Unternehmen ausgerichtet. Die Finanzbuchhaltung wird deshalb mit einem KMU-Kontoplan geführt. Soweit das eGovG und die Statuten nichts Anderes bestimmen, gelten gemäss Art. 10 Abs. 4 eGovG sinngemäss die Vorschriften des Obligationenrechts (OR) über die Aktiengesellschaft. Die Rechnungslegung wurde so organisiert, dass die Vergleichbarkeit mit den zukünftigen Geschäftsberichten gewährleistet ist. Die vorliegende Berichterstattung vermittelt ein zuverlässiges Bild der Vermögens- und Ertragslage sowohl aus Sicht des Finanzhaushaltsgesetzes (HRM2) als auch aus Sicht des OR.

Das Gesamtergebnis der Erfolgsrechnung weist einen Jahresgewinn von CHF 105‘560 aus. Gegenüber dem Vorjahr lieg das Ergebnis um CHF 150‘661 und im Vergleich zum Budget um CHF 270‘440 tiefer. Das Betriebsergebnis – operatives Ergebnis nach HRM2 - weist einen Einnahmenüberschuss von CHF 736‘046 aus. Aufgrund des sehr guten Ergebnisses wurden in Anwendung von Art. 37 FHG zweckgebundene Vorfinanzierungsreserven von CHF 600‘000 für die vom Verwaltungsrat im 2018 bewilligten Investitionen „Arbeitsplatz21“ und „Microsoft EA TrueUp Health“ gebildet. Die Vorfinanzierungen wurden in der Erfolgsrechnung gesetzeskonform im ausserordentlichen Erfolg verbucht und in der Bilanz im Eigenkapital separat ausgewiesen. Die Vorfinanzierungen werden in den nächsten drei bzw. fünf Jahren gemäss der Nutzungsdauer der entsprechenden Anlagen durch Entnahmen aufgelöst.

Die Entschädigungen der Verwaltungsrats-Mitglieder betragen im Berichtsjahr CHF 90‘000, wobei CHF 63‘000 auf Honorare und CHF 27‘000 auf Sitzungsgelder entfallen. CHF 75‘300 wurden an die Verwaltungsräte ausbezahlt. CHF 14‘700 wurden für Verwaltungsrats-Mitglieder, die beim Kanton und beim Spitalverbund AR angestellt sind, direkt den Arbeitgebern überwiesen.

Der Betriebsertrag liegt im Vergleich zum Vorjahr um CHF 50‘068 (0.4%) höher. Der Ertrag bei den Servicepauschalen ist um CHF 184‘000 gestiegen. Diese Umsatzsteigerung wurde mit Kundenbestellungen von zusätzlichen Mengen in allen Servicebereichen erzielt. Bei den nach Aufwand verrechneten Dienstleistungen ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um CHF 134‘000 gesunken. Die Aufträge der Kunden, bei denen Projektstunden direkt verrechnet werden, sind seit zwei Jahren rückläufig.

Ein Hauptgrund für das positive Rechnungsergebnis sind die Lizenz-Wartungskosten von Microsoft von rund CHF 450‘000, die 2018 infolge eines einmaligen Effekts nicht angefallen sind. Im 2018 wurde auf der Basis einer GATT-/WTO-Ausschreibung ein neuer Microsoft-Vertrag für die Jahre 2019 – 2021 abgeschlossen. Zudem fielen die Personalkosten gegenüber dem Budget um CHF 224‘000 (-4.1%) tiefer aus. Hauptgrund sind verzögerte Stellenbesetzungen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Personalaufwände um CHF 179‘029 (+3.5%) gestiegen. Der Personalbestand wurde 2018 um 160 Stellenprozent aufgestockt. Die Abschreibungen liegen im Vergleich zum Vorjahr um CHF 82’104 tiefer. Dies liegt hauptsächlich daran, dass der Verwaltungsrat am 16.05.2018 die Nutzungsdauer der Anlagen für die Investitionen ab 01.01.2018 neu festgelegt hat. Die Nutzungsdauer Finanzieller Lagebericht 14 insbesondere der Arbeitsplatz-Hardware wurde erhöht. Der Effekt sind tiefere Abschreibungen, die in der Budgetphase im Herbst 2017 noch nicht berücksichtigt waren.

Die Investitionsrechnung weist Nettoausgaben von CHF 2‘428‘497 aus. Das sind CHF 141‘503 weniger als budgetiert. Zwei Drittel der Nettoausgaben CHF 1‘564‘000 wurden in die beiden Grossprojekte «ARNet2» und «AR- Schulen21». Weitere Informationen zu den wichtigsten Investitionspositionen vgl. Kapitel «Investitionsrechnung».

Mit diesem Gesamtergebnis 2018 erhöht sich der Bilanzgewinn von CHF 784‘370 per 31.12.2017 auf CHF 889‘930 per 31.12.2018. Das langfristige Fremdkapital – zwei Darlehen vom Aktionär Kanton – hat sich von CHF 5.5 auf CHF 5.0 Mio. reduziert. Der Fremdfinanzierungsgrad ist damit von 72 auf 62% gesunken. Diese Kennzahl liegt somit innerhalb des Richtwertes von 40 – 70%. Mit der Bildung der Vorfinanzierungsreserven erhöhen sich der Eigenfinanzierungsgrad von 28 auf 38% und der Selbstfinanzierungsgrad von 51 auf 60%. Auch diese Kennzahlen liegen innerhalb der geforderten Richtwerte. Weitere Informationen zu den Bilanzkennzahlen vgl. Kapitel «Anhang zur Jahresrechnung».

Die flüssigen Mittel aus der operativen Tätigkeit sowie der Investitions-, Anlage- und Finanzierungstätigkeit haben sich gemäss der Geldflussrechnung um CHF 1‘430‘252 reduziert. Die Teilrückzahlung von CHF 500‘000 eines Darlehens an den Kanton, die relativ hohen Investitionen von CHF 2.4 Mio. sowie im Vergleich zum Stand per 31.12.2017 eine starke Abnahme per 31.12.2018 der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind die Hauptgründe für den Finanzierungsfehlbetrag.

Ausblick

Aufgrund des positiven Ergebnisses der Erfolgsrechnung 2018 hat der Verwaltungsrat auf Antrag der Geschäftsleitung mit der Genehmigung des Budgets 2019 wiederkehrende Preissenkungen von insgesamt CHF 450‘000 pro Jahr mit Wirkung ab dem 01.01.2019 beschlossen. Diese Massnahme hat gemäss der Finanzplanung folgende Auswirkungen auf die Rechnungsergebnisse 2019 - 2023:

Beträge in CHF Budget 2019 Plan-ER 2020 Plan-ER 2021 Plan-ER 2022 Plan-ER 2023
Betriebsergebnis -358‘000 -342‘000 -150‘000 -235‘000 -204‘000
Jahresgewinn/-verlust -198‘000 -182‘000 10‘000 -175‘000 -144‘000

Das kumulierte Betriebsergebnis in den Jahren 2019 – 2023 liegt bei einem Aufwandüberschuss von CHF 1‘290‘000. Die Jahresverluste in dieser Zeitspanne betragen CHF 690‘000. Die Differenz zwischen Betriebsergebnis und Gesamtergebnis begründet sich mit den Entnahmen der im 2018 gebildeten Vorfinanzierungen. Der Bilanzgewinn liegt per 31.12.2018 bei CHF 889‘929. Die geplanten Verluste können damit gedeckt werden. Selbstverständlich nur, wenn die Generalversammlung im Juni 2019 dem vom Verwaltungsrat beantragten Verbleib des Bilanzgewinnes im Unternehmen zustimmt (vgl. «Antrag Verwendung des Bilanzgewinnes»).

Die Erhaltung und Stärkung der Liquidität hat in der ARI oberste Priorität. Die geplanten Verluste haben negative Auswirkungen auf die Liquidität. Zudem hat ARI einen ständigen kurz- bis mittelfristig hohen Investitionsbedarf. Gemäss der rollenden Investitionsplanung sind in den Jahren 2019 – 2023 pro Jahr durchschnittlich CHF 2.4 Mio. Investitionen vorgesehen. Einerseits müssen die IT-Informatikmittel in der Regel innerhalb von drei bis fünf Jahren ersetzt werden. Andererseits leistet(e) ARI Vorinvestitionen in Projekte, zentrale und dezentrale Infrastrukturanlagen sowie Software, Beispiele: Projekt «NABI2015A CHF 1‘500‘000, Projekt «AR-Net2» CHF 1‘900‘000, Projekt «Sanierung/Ausbau Rechenzentrum» CHF 800‘000, Fachapplikationen Scolaris und Klib.Net CHF 350‘000, Projekt «AR-Schulen21» CHF 1‘500‘000, Projekt «AP21» CHF 1‘700’000. Die prognostizierten Betriebsverluste und die hohen Investitionen werden dazu führen, dass dem Kanton in den nächsten Jahren voraussichtlich keine Teilrückzahlungen der Darlehen geleistet werden können.

Der zukünftige Investitionsbedarf belastet die Erfolgsrechnungen in Zukunft mit Abschreibungen pro Jahr von durchschnittlich CHF 2.3 Mio. Somit bleiben die Abschreibungen in etwa in der gleichen Höhe wie in den letzten drei Jahren, obwohl der Verwaltungsrat die Nutzungsdauer der Anlagen ab 2018 erhöht hat.