Standardisierung der IT-Infrastruktur

Schon bei der Gründung der AR Informatik AG war die Kernaufgabe gesetzt: Der Grundbedarf an Informatik- und Kommunikationsmitteln für Kanton und Gemeinden soll «mittels einer gemeinsamen Strategie, eines gemeinsamen Informatikbetriebes und einer gemeinsamen Entscheidfindung» (eGovG Art. 1 und 5) abgedeckt werden.

So waren denn auch die letzten acht Jahre der Geschäftsaktivitäten stark geprägt von Harmonisierungs- und Standardisierungsprojekten mit und bei den ARI-Kunden. Angefangen mit der Standardisierung und Zentralisierung der Verwaltungs- IT, diversen Anwendungsoptimierungen sowie der Erarbeitung des Servicekatalogs galt es zunächst, eine gemeinsame Ausgangsbasis zu schaffen. Gleichzeitig wurden nach und nach immer mehr Kunden in die gemeinsame ARI-Plattform integriert und an das Kantonsnetz AR-NET2 angeschlossen.

Haupttreiber für Projekte und generell für alle Aktivitäten war das Ziel einer Harmonisierung und Standardisierung der Arbeitsplätze und Systeme. Ergänzend bzw. unterstützend dazu wurden auch diverse Themen im Hintergrund bearbeitet, wie beispielsweise die Optimierung der Videokonferenzlösungen, der Bezug eines zweiten Rechenzentrums, ein zentraler ARI-Internetanschluss usw



Nachfolgend sollen zwei Projekte einen Einblick ins umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabenspektrum der ARI geben:

Umfeld Verwaltung — Beispiel «AP21»

Mit dem Jahresende 2021 konnte das Projekt zur Standardisierung des elektronischen Arbeitsplatzes («AP21») formell abgeschlossen werden. Alle ARI-Kunden arbeiten nun mindestens mit einem Gerät, das Windows 10 als Betriebssystem hat und über die Office-2016-Anwendungen verfügt.

Technische Neuerungen bzw. Anpassungen, die im Laufe des Projekts umgesetzt wurden:

  • Einrichtung des Standardarbeitsplatzes (virtueller Arbeitsplatz) für SVAR, Kanton, Gemeinden und weitere Kunden
  • Installation identischer Basisapplikationen (Windows 10, Office Professional Plus 2016, ARI Service Center, ARI Printer Manager usw.), ergänzt um individuelle Applikationen nach Bedarf (Geschäftsapplikation, optionale Standardanwendung oder Individualapplikation)
  • Angebot verschiedener Arbeitsplatz- Hardware-Varianten (Zero Client, Desktop, Notebook, Tablet-PC)
  • Standardisierung der Benutzernamen (E-Mail- Adresse/Identität) zur Anmeldung am Endgerät, bei Applikationen oder Cloud-Diensten
  • Erhöhung der Sicherheitsanforderungen (Datensicherheit/Datenschutz)
  • Harmonisierung zentraler Systeme (Synergien)
  • Erhöhung der Verfügbarkeit (durch Redundanzen, zentrale Überwachungen usw.)

Rita Raschle, Departement Finanzen, Kantonale Verwaltung AR:
Gerade dank den Vorarbeiten seitens ARI in Sachen Standardisierung der Systeme war bei der kantonalen Verwaltung die Umstellung von Büropräsenz auf 100 % Arbeit im Homeoffice zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 problemlos möglich. Ich kann mich noch erinnern, dass Donnerstagabend die Meldung kam, wir sollten bis zum darauffolgenden Montag prüfen, ob wir uns mit unseren Geräten zu Hause einloggen und die nötigen Anwendungen starten könnten. Ab Dienstag galt dann die Weisung zur Arbeit im Homeoffice. Von einem so direkten und vor allem problemlosen Start im Homeoffice habe ich nur selten in meinem privaten Umfeld gehört. Seitens ARI war die Unterstützung sehr gut und es wurde innerhalb von 2 bis 3 Wochen sogar die Einbindung von privaten Druckern eingerichtet. So kann ich uneingeschränkt von zu Hause arbeiten!

Während der letzten zwei Jahre ist unser Amt übrigens nie mehr vollständig zurück ins Büro gekommen. Wir arbeiten mittlerweile tendenziell im «Split Office» bzw. mit Maximalbelegung von einer Person pro Raum. Von der Informatik her war das immer relativ problemlos möglich. Klar gibt es punktuell auch mal technische Schwierigkeiten, beispielsweise nach grossen Updates, aber dann organisieren wir uns einfach um und arbeiten bei Bedarf auch vor Ort. Der ARI-Support vor Ort und remote im Homeoffice ist zufriedenstellend: Die Mitarbeitenden sind sehr bemüht, im Rahmen der Möglichkeiten eine Lösung zu den gemeldeten Problemen zu finden. Als gleichzeitige Informatikverantwortliche fürs Amt bin ich ab und zu auch intern die erste Anlaufstelle bei technischen Fragestellungen. Ich bekomme also relativ viel Einblick in die verschiedenen Themen und erkenne auch die Zusammenhänge, so dass ich den Kolleginnen und Kollegen den einen oder anderen Hinweis geben kann. Grundsätzlich kann ich für unser Amt sagen, dass wir mit den Leistungen der ARI zufrieden sind!

 


Umfeld Schule — Beispiel Anwendung «Edulog»

Seit Herbst 2021 steht den ARI-Kunden Edulog als Schulplattform zur Verfügung. Mit Edulog soll für Schülerinnen und Schüler, Lernende und Mitarbeitende von Bildungseinrichtungen schweizweit der Zugang zu Online-Diensten in Schule und Unterricht vereinfacht und vereinheitlicht werden. Die digitale Identität folgt Lehrpersonen und Lernenden während der gesamten Laufbahn — auch beim Schulwechsel. Mit Edulog kann eine lernende Person ausserdem die verschiedenen Online- Dienste (digitale Lernmedien und Online-Lernplattformen) mit einem einzigen Login nutzen.

Auftraggeberin von Edulog ist die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). In dieser Konferenz sind alle 26 Kantone vertreten. Edulog ist eine wichtige Massnahme der Digitalisierungsstrategie der EDK. Für das Departement Bildung und Kultur von Appenzell Ausserrhoden war es darum ein logischer Schritt, Edulog beizutreten und damit seiner Digitalisierungsstrategie ein weiteres Puzzleteil hinzuzufügen. ARI als kantonale Dienstleisterin für den Grundbedarf an Informatik- und Kommunikationsmitteln war mit der Umsetzung des Projekts beauftragt und übernimmt darüber hinaus die Rolle der zentralen Identitätsanbieterin.

Edulog reduziert für die Schulen den administrativen Aufwand spürbar — vorausgesetzt, die bedeutenden Lernmedien-Verlage und Anbieter von Lernplattformen treten Edulog bei. Wenn dies erfolgt ist, kann eine lernende Person in Appenzell Ausserrhoden mit nur einer Identität (Login) auf alle ihr zur Verfügung gestellten Lernmedien zugreifen. Die Zahl der Lehrmittel, die über Edulog zur Verfügung stehen, wird in den nächsten Jahren laufend ausgebaut.